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Enttäuschte Erwartungen, cool.

am 6 Juli 2016

Enttäuschung – gerne mehr davon…

…oh je, ich fürchte, ich muss euch schon ganz zu Beginn enttäuschen, denn das wird kein Artikel darüber, wie sehr jemand von einem anderen durch dessen Verhalten verletzt wurde, sondern ich breche ich eine Lanze FÜR die Enttäuschung.

Ich lehne mich noch viel weiter aus dem Fenster und sage: freue dich über jede einzelne Enttäuschung. Ja, sammle bewusst Enttäuschungen. Denkst du jetzt, was hat das denn damit zu tun, mein Denken und Sprechen auf eine Weise zu benutzen, dass ich davon profitiere? Das kann doch nicht ihr Ernst sein.

Ist es auch nicht. Nicht im gewohnten Sinne. Ich sage nicht JA zur Enttäuschung, wie sie im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet wird.

Ich sage JA zur EntTÄUSCHUNG… Ich habe darüber in einem früheren Artikel auch schon einmal geschrieben, das Thema liegt mir aber besonders am Herzen und kam nun an anderer Stelle wieder auf.

Lieber einmal ENT – täuscht, als Jahre lang einer Täuschung aufgesessen

So oder so, möchte ich der EntTÄUSCHUNG noch einmal ein paar Gedanken widmen.
Der bekannte Psychologe Jens Corssen beschreibt in seinem “Selbstentwickler” den Umgang mit enttäuschten Erwartungen.
Seine Betrachtungsweise gefällt mir ungemein, hat sie doch etwas Erleichterndes, da sie so konstruktiv mit der Enttäuschung umgeht. Für mich, macht sie vor allem anderen, aber ganz unbedingt Sinn… und ich bin gespannt, was du dazu sagst!

Eine EntTÄUSCHUNG ist ganz einfach eine Täuschung weniger.

Bei einer EntTÄUSCHUNG wird meine Idee von Realität und meine Weltsicht mit der des anderen (oft sind wir ja insbesondere von jemandem enttäuscht) abgeglichen.
Häufig ergibt sich dabei, dass das, was ich von einer bestimmten Situation oder Person erwartet habe, einfach nur (!) nicht der Realität des anderen entspricht.
In meiner Welt mag das, was ich mir denke (von einer Sache, Situation, Entscheidung, Fragestellung usw.) wohl “richtig” sein, noch lange aber nicht in der Welt des anderen.

UND… es gibt auf unserem Planeten so viele unterschiedliche Welten und Anschauungen, dass ich mich schon frage, wer wir sind, dass wir darüber entscheiden, welche Anschauung nun die richtige (!) ist… Natürlich gibt es in unserer Gesellschaft bestimmte Werte und Normen, die unserem Zusammenleben dienlich sind.
Mir geht es nun eher um die Erwartung, die wir häufig an etwas oder jemanden stellen.
Wir konstruieren uns eine Realität, wie es bitte gerne sein darf.

Enttäuschen heißt also “nur” – meine Annahme passt gerade nicht zu deiner.

Enttäuschung hat natürlich oft damit zu tun, dass wir uns verletzt fühlen. Dass wir traurig sind, dass das, was wir uns erhofft haben, nicht so eingetreten ist, wie wir uns das eben erwartet haben. Das ist freilich nicht schön. …aber nur so lange, bis du dir klar darüber wirst, dass du niemanden als dich beeinflussen und steuern kannst. …und ganz ehrlich… so richtig “reinschauen” in den anderen können wir eben auch nicht und wenn wir es doch tun und uns ein Bild machen, von einem Menschen oder einer Situation, ist und bleibt es immer noch MEIN Bild.

Wie kannst du nun mit einer Enttäuschung so umgehen, dass es dir gut damit geht:

  1. gleiche sooft du kannst im Gespräch deine Realität mit der des anderen ab

  2. gehe von nichts aus” und ziehe keine falschen (nur einseitigen) voreiligen Schlüsse

  3. höre ganz einfach auf, etwas zu erwarten, dann wirst du nicht enttäuscht

  4. bleibe anstatt dessen lieber offen für die Anschauung und Meinung des anderen, gehe wertschätzend damit um und höre sie dir an

  5. bleibe gleichzeitig bei dir und checke, ob du mit der Sicht und Realität des anderen leben und umgehen magst, oder ob du halt in eine andere Richtung gehst

  6. freue dich über deine Enttäuschungen.
    Nichts ist schlimmer, als einer “Realität” von etwas “aufzusitzen”, die keiner anderen entspricht, als der deinen.
    Ich meine das so: sammle Enttäuschungen und male ein buntes Bild aus einem Mix an Erfahrungen, Erlebnissen und Erkenntnissen. Es gibt nicht so viele unterschiedliche Menschen und Kulturen, damit es nur EIN Weltbild und EINE Meinung gibt.

Natürlich kann es dennoch passieren, dass du so in deiner Welt bist, dass dich der “Aufprall” auf die des anderen einmal schmerzt.
Nimm’ dir dann Zeit, das zu verdauen und gehe die Situation noch einmal durch.
An irgendeiner Stelle gab es vielleicht schon “Zeichen”, die genau darauf hingedeutet haben.
Manchmal will man diese halt auch bewusst überhören und übersehen oder ist, ganz simpel, noch nicht bereit für die Realität (!)… Was völlig ok ist.
Mir ist nur wichtig, dass du auch hier in deiner Verantwortung bleibst und dir überlegst, was du selbst vielleicht hättest anders machen oder denken können.

Wenn du nur den anderen für deine Enttäuschung und deine verletzten Gefühle verantwortlich machst, gibst du jegliche Verantwortung ab und gehst in eine Opferrolle.
Aus dieser Rolle heraus, ist es kaum möglich aktiv zu werden und etwas zu deinen Gunsten zu verändern oder dich umzudrehen, um neue Erfahrungen zu machen und Menschen zu treffen, die dir und deinem Weltbild eher entsprechen.

ABOC_Veronika-am-WasserDeshalb: übernimm’ Verantwortung für deine Situation und hör’ auf etwas zu erwarten. Freue dich lieber an den unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Ideen von Welt.

Was denkt ihr über diese Idee von Enttäuschung? Ich bin wirklich sehr gespannt.
Für mich hat das Ganze, wie gesagt, etwas Erleichterndes und diese Anschauung fühlt sich eigenmächtiger an – hier kann ICH etwas tun.

Alles Liebe auf euerem Weg weiterhin,

eure Veronika

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