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Resili… -was? 5 Wege dich zu stabilisieren.

am 13 Juli 2016

Überall lesen wir nun neuerdings von “Resilienz”…

…wobei, eigentlich auch schon nicht mehr “neuerdings”, sondern schon seit einer ganzen Ecke. Ist es der “neue” Begriff für “Work-Life-Balance”? Anstatt dessen oder mit diesem? …die Erweiterung des Begriffs? …die Grundlage dafür? …die Essenz daraus? …das Yin zum Yang? Oder einfach wieder ein neuer Anstrich, für ein altes Thema mit vielen “Betroffenen”?

Also, was ist sie nun diese Resilienz?

Diese Resilienz…, das ist die Kraft – unsere Kraft – die uns hilft, mit den “Widrigkeiten” des Lebens gut umgehen zu können. Der Begriff stammt von dem lateinischen “resilire” ab und bedeutet so viel wie “zurückspringen” oder “abprallen”…  Es ist die Fähigkeit, uns schnell von Krisen zu erholen, auf unsere Ressourcen zurückzugreifen und daraus gestärkt hervorzugehen. Negatives prallt an uns ab. Gut gefällt mir auch der Begriff “Stehaufmännchen-Kompetenz” dafür. Manche scheinen dies angeboren zu haben, immer gut drauf zu sein und mit allen Unwägbarkeiten fast spielerisch umgehen zu können, andere weniger.

In der Realität sieht das aber so aus, dass wir diese Widerstandskraft in unserer Kindheit erlernen (oder eben nicht) – klar, die Eltern sind es einmal wieder ;-)

Work-Life-Balance meint hier mehr das Gleichgewicht, eben die richtige Balance zwischen Job und Privatleben. Wenn diese Balance (welche sehr individuell von Mensch zu Mensch unterschiedlich aussehen kann) gegeben ist, sind unsere Ressourcen “aufgefüllt”.
Auf diese können wir dann zurückgreifen, wenn uns ein negatives Ereignis einholt und wie wir dann wieder damit umgehen, zeigt wie resilient wir sind… So.

Die frohe Botschaft aus dem vorletzten Absatz ist: “Resilienz ist erlernbar!”

Ich schreibe nun aus aktuellem Anlass darüber. Hatte ich doch vor ein paar Wochen einmal wieder eine recht “spannende” Teilnehmerkonstellation, die mir gezeigt hat, wo ich eigentlich beim Thema Resilienz stehe…
Ich konnte sie gut gebrauchen, das sag’ ich euch. Es war nicht die “leichteste” Gruppe, sagen wir einfach, es waren die meisten (gefühlt!!) nicht freiwillig zum Training da, gezwungen hatte sie tatsächlich niemand und ich hatte keine Druckmittel eingesetzt, also die Pistolen, Messer oder sonstiges blieben zuhause…
Darauf möchte ich nun aber gar nicht weiter eingehen, nur so viel, einer der Teilnehmer begrüßte mich mit dem Satz “kein Morgen ist gut”, nachdem ich allen einen guten gewünscht hatte… Es war eine Gruppe, in der sich die Teilnehmer-Probleme in den Unternehmen wieder etwas relativieren (aka “der Schaum der (kostenlosen!) Latte Macchiatos ist einfach nicht fest genug…….”).

Wo stehe ich beim Thema Resilienz?

Soweit so gut… für mich war einfach spannend zu beobachten, wie ich selbst mit einer solchen Situation im Moment des Trainings selbst umgehe und ich darf sagen, ich bin doch ganz happy, wie mir das mittlerweile gelingt.
Immer habe ich einen recht hohen Anspruch (ja, der wieder!!) an mich, der mir auch von Zeit zu Zeit im Weg stand. Diesen durfte ich erst einmal an die jeweilige Situation anpassen und eben nicht an mich. Klasse finde ich es natürlich, wenn ich mit den Teilnehmern ein gutes Miteinander habe, wenn wir zusammenarbeiten, wenn etwas voran geht, das kann ich schon sagen.

Hier durfte ich mich nun ganz neu auf eine Gruppe einstellen, die sich schon – wohin auch immer – verabschiedet hatte und die Menschen tatsächlich da abholen, wo sie waren und aber auch nicht in dem Nirwana weitermachen (eher aufhören), wo sonst mit ihnen gearbeitet wird… Das ist nun auch nicht mein Job. Da habe ich dann doch einen anderen Auftrag. Ich. Für mich.

Jetzt aber… was kannst du / habe ich getan, um auch im Training mit der Situation gut zurecht zu kommen und mich zu stabilisieren?

5 Wege, um dich zu stabilisieren:

1. Nimm’ die Emotion raus, es geht nicht um dich!
Ja tatsächlich. Wie? Indem du dir klar machst, wie persönlich das sein kann, nachdem die Teilnehmer dich gerade 5 Minuten kennen. Mach’ dir klar, dass jeder mit einem “Set” an Glaubenssätzen, Denkmustern, Vorerfahrungen (positiver wie negativer Natur) ankommt – alle die haben erst einmal nichts mit dir zu tun. Dass derjenige dann immer wieder dieselben Erfahrungen macht, liegt irgendwie nahe und dass Realität auch das ist, was du glaubst, aufgrund deiner Erfahrungen, sowieso erleben zu müssen, bestätigt sich dann natürlich in der Regel. Nur, du bist erst einmal “raus aus der Nummer” – das ist für mich ganz elementar, um positiv und unvoreingenommen weiter mit der Gruppe arbeiten zu können.

2. Mach’ dir klar, welche Rolle du gerade spielst, was du gerade geben kannst. Warum du gerade genau vor dieser Gruppe stehst. Irgendetwas wirst du mit ihnen zu tun haben, du wirst ihnen etwas geben und von ihnen etwas lernen können.

3. Lass’ jeden seine eigenen Erfahrungen machen.
Ganz nach dem Prinzip der Selbstverantwortung -ein wichtiges Konstrukt nicht nur in der Resilienz-Forschung- ist jeder Mensch selbst für seine Erfahrungen verantwortlich und noch viel wichtiger, es geht nicht darum, was du erwartest (!!), dass der Teilnehmer erlernen und erleben muss, sondern darum, was er selbst für sich für einen Plan hat.
Es wird nicht jeder die genau selben Erfahrungen machen (wollen).

Diese Erkenntnis nimmt zumindest für mich unglaublich viel Druck aus der Trainings-Situation, hatte ich mich früher häufiger dafür verantwortlich gefühlt, dass jeder Teilnehmer entsprechend meiner Erwartung mit einer ganz bestimmten (Lern-)Erfahrung das Training “verlässt”, ist es nun vielmehr so, dass ich jeden seine eigenen Erfahrungen machen lasse.
Ich bringe etwas in eine Gruppe ein, kann etwas anbieten und jeder nimmt sich hier etwas ganz Unterschiedliches, das, was ihm für den Moment am meisten nutzt. Ich sehe mich hier eher Plattform und nicht als jemand, der Wissen “eintrichtert”.

4. Ganz wichtig: Richte den Fokus wieder auf die Teilnehmer, die sich verändern wollen und die lernen wollen!!! Da gibt es nämlich eine ganze Menge. Auch hier gilt es sich nicht auf die paar wenigen zu konzentrieren, die vielleicht schon aufgegeben haben und vor allem, die nicht mehr wollen, sondern auf die, die sich tatsächlich verändern möchten.

5. Das aller Wichtigste für mich ist tatsächlich, dass der Mensch immer aus seiner besten Option heraus handelt. Du, ich, die Teilnehmer.
Schenke dir selbst und (in dem Fall) den Teilnehmern deshalb allen “good will”, alle Liebe, die du im Moment geben kannst.
Das (!) wirkt tatsächlich Wunder.

Nimm’ das Gefühl wahr.

Wenn dich eine Situation oder ein negatives Gefühl doch nicht loslässt, hilft es nichts darüber hinwegzugehen, es zu ignorieren, du darfst es dir dann einfach einmal genauer anschauen:

Setz’ dich ruhig hin und schließe deine Augen, atme ein paar mal tief ein und wieder aus.
Folge deinem Atmen beim Ein- und wieder Ausatmen. Lass’ das Gefühl da sein, wie fühlt es sich an, wo ist es in deinem Körper? Nimm’ es ein paar Momente bewusst wahr und sage dir “ja, ich nehme wahr, dass du da bist…”, “ich nehme dich an”, “ich kann von dir lernen”… und dann lässt du das Gefühl los, lässt es weiter ziehen, ganz leicht.

Um schnell in einen entspannten Zustand zu gelangen, kannst du dir auch diese kurze geführte Meditation von mir ansehen.
Sie ist auf der lebensfrohundzwarso.de-Plattform (der Plattform für Lebensfreude & Bewusstsein von A BIT OF COLOR) zu finden.

Geführte Meditation "Grünes Nass" von Veronika Räß
Geführte Meditation “Grünes Nass” von Veronika Räß

Ich hoffe, ich konnte dir mit dem Artikel aufzeigen, wie du dich auch in anspruchsvollen Situationen stabilisieren kannst und wie du fokussiert bleibst, …klar, auf das Positive.

 

Alles Liebe, deine Veronika

P.S.: (post stress ;-) ) …unbedingt lesenswert ist auch das aktuelle Buch von Peter Beer, “RADIKAL STRESSFREI”, hier hat mir z.B. der “Notfallplan” auf Seite 144 schon gute Dienste erwiesen :-D

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